Sprachentwicklung verstehen

05.03.2026

Sprachentwicklung verstehen

Hellblauer Hintergrund. Im linken Vordergrund schwebt das Buch "Historische Sprachwissenschaft des Deutschen" und im rechten Vordergrund sind die Portraits der beiden Autoren.

Interview mit den Autoren von „Historische Sprachwissenschaft des Deutschen“

Prof. Dr. Eugen Hills und Dr. Markus Hartmanns Band Historische Sprachwissenschaft des Deutschen ist in zweiter, vollständig aktualisierter Auflage erschienen! Der Einführungsband erläutert Grundbegriffe der historischen Linguistik und diskutiert anhand von deutschem Sprachmaterial die Prinzipien des sprachlichen Wandels. Einen Einblick in das Werk, die Neuerungen und den Schreibprozess geben die Autoren im Interview:

Die 2. Auflage ist vollständig aktualisiert und erweitert. Welche inhaltlichen Neuerungen waren Ihnen besonders wichtig – und warum?

„Wir haben seit dem Erscheinen der 1. Auflage der Einführung viel Feedback bekommen, und zwar sowohl von Kollegen, die Germanistik oder historische Sprachwissenschaft unterrichten, als auch von Studierenden der beiden Disziplinen. Die Meinungen beider Benutzergruppen stimmten oft überein. Dies gilt sowohl für das Positive als auch für das, was man beim Lesen vermisste. Entsprechend bemühten wir uns beim Aktualisieren des Textes, die von den Benutzern ausgemachten Lücken zu schließen. Das betrifft besonders den syntaktischen und den semantischen Wandel, die in unserer Einführung jetzt besser zur Sprache kommen. Wir glauben ferner, dass die 2. Auflage klarer zeigt, auf welche Weise die im Buch dargestellten Erkenntnisse aus den überlieferten Textquellen gewonnen werden. Dies ist zum einen deshalb wichtig, weil es das Rezipieren von komplexeren grammatischen Inhalten erleichtert. Zum anderen regt der Einblick in die Quellenarbeit zum selbständigen Forschen an.“

Ihr Band richtet sich an Studierende der Germanistik und Sprachwissenschaft. Welche Vorkenntnisse setzen Sie voraus – und wie unterstützt das Buch den Einstieg in die historische Linguistik?

„Es war uns sehr wichtig, tatsächlich eine Einführung zu schreiben, wie es auch der Titel verspricht. Wir haben den Text so gestaltet, dass er auch von Studierenden im ersten Fachsemester gelesen werden kann. Es war uns ferner bewusst, dass auch fortgeschrittene Studierende der beiden Fächer, an die sich das Buch richtet, nicht dieselben Vorkenntnisse haben. Dementsprechend setzen wir im Buch nichts als bekannt voraus, was über die grundlegende linguistische Terminologie (Verb, Flexion usw.) hinausgeht. Sowohl die Grundbegriffe der Germanistik (angefangen mit dem Wort Deutsch) als auch die der historischen Linguistik (wie beispielsweise das Konzept des Sprachwandels) werden im Buch ausführlich erläutert. Die nötigen Beispiele sind so ausgewählt, dass sie immer unmittelbar nachvollziehbar sind. Aus dem gleichen Grund enthält das Buch auch eine grammatische Skizze des ältesten Deutschen und zahlreiche Textproben aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit.“

Welche Herausforderung war bei der Konzeption des Bandes besonders prägend – und worauf sind Sie im Ergebnis besonders stolz?

„Die größte Herausforderung beim Schreiben eines Einführungswerks ist die Balance zwischen der Ausführlichkeit und der genauso notwendigen Übersichtlichkeit der Darstellung. Das betrifft sowohl das ganze Buch als auch jedes seiner Kapitel und jeden Abschnitt innerhalb der Kapitel. In einer zu ausführlichen Darstellung verliert man leicht den Überblick, eine zu knappe ist dagegen schwer zu rezipieren. Wir haben beim Schreiben diesem Aspekt viel Zeit gewidmet und sind jetzt stolz darauf, dass unser Buch sowohl als Ganzes als auch in jedem seiner Teile recht ausgewogen ist. Der Text ist ferner auch so strukturiert, dass die Hauptaussage eines jeden Abschnitts und die dazugehörigen Einzelerscheinungen überall deutlich als solche zu erkennen sind. Als besonders prägend empfinden wir dabei die Erkenntnis, wie faszinierend folgerichtig und zugleich facettenreich die Entwicklung des Deutschen erscheint, wenn man sie einmal systematisch von den Anfängen und bis zur Gegenwart verfolgt.“

Das Werk erscheint in unserer Reihe NomosBibliothek, die Studierenden der Sozial- und Geisteswissenschaften ausgezeichnete Einführungen in die jeweilige Fachdisziplin bieten. Klar strukturiert und in verständlicher Sprache vermitteln die Bände grundlegende Fachinhalte und fundiertes Expertenwissen.

In einer zu ausführlichen Darstellung verliert man leicht den Überblick, eine zu knappe ist dagegen schwer zu rezipieren. Wir haben beim Schreiben diesem Aspekt viel Zeit gewidmet und sind jetzt stolz darauf, dass unser Buch sowohl als Ganzes als auch in jedem seiner Teile recht ausgewogen ist. Der Text ist ferner auch so strukturiert, dass die Hauptaussage eines jeden Abschnitts und die dazugehörigen Einzelerscheinungen überall deutlich als solche zu erkennen sind.

Prof. Dr. Eugen Hill und Dr. Markus Hartmann